Kompositionen / Compositions

  • Geronimo’s Revenge – Operin 1 Akt, Dauer: ca. 1 ‘ 30 ”. Uraufführung: 12. Oktober 1935, Bümplitz Opera House, Dirigent: Yorick Weichkopp (I.)

Für gewöhnlich sind Opern sehr lang und langweilig. Daher versuchte ich, das Ganze zu raffen, indem ich sämtliche Arien, Duette, Intermezzi und die Ouvertüre simultan spielen ließ. Auf diese Weise ist die ganze Oper erledigt in rund 2 Minuten. Die Handlung ist sehr einfach: Geronimo, eine Katze des Philosophen Hegel, versucht zu beweisen, dass die wahrgenommene Existenz nur ein Zerrbild der im Geist erschaffenen Illusion einer angenommenen Wirklichkeit ist. Hierzu begibt er sich auf eine lange Odyssee, die ihn zu verschiedenen Stationen in ganz Europa und Asien führt, wo er mit verschiedenen historischen Persönlichkeiten Diskurse führt. Vollkommen verwirrt kehrt Geronimo zurück, ermordet Hegel in einem Anfall völliger Umnachtung und flieht zusammen mit Alban Berg nach Südtirol, wo beide eine wilde Liebesbeziehung mit Carla Schramm, einem alter ego von Agatha Christie, beginnen. Von dort an wird die Geschichte als Detektivstory noch einmal als Rückblende auf einer zweiten Bühnenebene gespielt, mit ganz anderen Figuren: einem rauchenden Leguan namens Kwatz, dem Schauspieler Hans Moser und Sigmund Freud als Erzähler.

Parallel dazu wird die Lebensgeschichte Dschingis-Khans in Schlaglichtern erzählt, gleichsam als Metapher für die barbarischen Züge Geronimos. Durchbrochen werden diese Rückblenden durch Szenen aus deN letzten Lebensjahren Franz Schuberts, verwoben in eine fiktive Liebesgeschichte mit dem Jongleur Petrello, der als einzige Figur auf sämtlichen Ebenen des Geschehens zu sehen ist. Er wird allerdings schon sehr früh in der Handlung sterben, sowie alle anderen Protagonisten dieser Opera seria.

Leider wurde die Oper nur selten gespielt, da Geronimo mit einem Heldenkastraten besetzt werden muss. Auch verfügt nicht jedes Opernhaus über einen Orchestergraben, der die benötigten 639 Musiker fasst.

 

  • Kinderstück (1964) – Uraufführung 5.6.1964, Konzertsaal der Eisengießergewerkschaft Spandau-Ost, Interpret: Kevin-Kirk Beschornert (damals 5 Jahre alt)

Dieses Stück stammt aus meiner spätseriell-spektralistischen Phase. Hier ging es darum, einmal ein einfaches, leicht verständliches, auch für Anfänger auf dem Instrument zu bewältigendes Werk zu komponieren, welches trotz allen pädagogischen Anspruchs eine hohe Poetik und tiefen Gehalt aufweist. Zugrunde liegt hier das alte deutsche Volkslied “Van de Chardoffelkhäver kummt”. Die simple Melodie ist durch das gesamte Stück hindurch immer wieder in Tropen, Spiegelungen, transformierter Gestalt wahrnehmbar, so dass auch kleinere Kinder der Struktur spontan folgen können. Auch war es wichtig, eine möglichst einfache Form der Notation zu finden.

Partitur: Bromskloss_Kinderstueck – Partitur

 

 

4 Reaktionen zu “Kompositionen / Compositions

  1. Oh Holder Zebedäus,
    Ich finde es angemessen, euch meine Bewunderung auszusprechen, denn eure Ideen erscheinen mir äußerst löblich. Wie wundervoll von euch, eine Oper zugunsten der Leidtragenden zusammenzuraffen. Welch Glück, dass Ihr zum Direktor der IEvKaKsMTU befördert worden seid – nein wirklich, ich beneide euch. Bei meinem nächsten königlichen Bohnentreffen mit meinen Freundinnen Kidney, Soja, Lima und Faba werde ich einen Toast auf Euch aussprechen und Ihre Forschungen befürworten in den höchsten Kletterpflanzen. Nun denn, wohlan,
    seid mir gegrüßt, edler Lord Bromskloss.
    Prinzessbohnenprinzessin die Erste

  2. Oh euer Hochwolgebohnen, solch Lob aus eurem Munde, das kommt einem Schlag zum Ritter gleich. Ich bin sehr erfreut, dass man zumindest im Reich der Fabaceae meine Arbeit ernst nimmt.
    Habt Dank! Dank! Dank!

  3. Endlich, das Kinderstück! Ich wurde schon mehrfach angefragt, ob davon eine Aufnahme zu bekommen sei und musste immer verneinen. Vielen Dank für’s Posten! In dieser Aufnahme ist vorallem die unglaubliche, schon fast asketische Einfachheit bestechend, die immer mal wieder in dieser Phase deines Schaffens auftaucht. Was ist eigentlich mit Beschornert passiert, habe nie wieder etwas von ihm gehört?

    Viele Grüsse von
    Knut

    • Lieber Knut, ja, das ist eine tragische Geschichte gewesen mit Kevin-Kirk Beschornert! Es war ja damals mit dem Kinderstück sein Durchbruch, und er durfte gleich als Jungstudent an die Juilliard-School, wo er schon nach einem halben Jahr seinen Abschluss in der Tasche hatte, dann kamen die Konzerte in der Carnegie Hall, Royal Albert Hall, in der Berliner Philharmonie usw., aber der Erfolg hat in einfach mürbe gemacht, mit 7 war er so stark tablettensüchtig, dass er mehrfach in die Entzugsklinik musste. Dann kam Alkohol dazu, Heroin, LSD. Kettenraucher war er ja schon seit Jahren gewesen. Er hatte dann eine kurze Phase der Besserung, als er zu diesem Guru nach Rajasthan gegangen war, wo er dann ja auch in dessen Nachfolge einen Ashram leitete, aber als er einen Bettler auf der Maultrommel den Hummelflug spielen hörte, verfiel er wieder in alte Muster, der Virtuose in ihm erwachte, und so ging aller wieder von vorne los. In den großen Häusern wollte man ihn aber nicht mehr, wegen der vielen schlechten Erfahrungen; einmal hatte er in der Oper in Sydney auf der Klaviatur stehend in den Flügel uriniert und dabei Waltzing Mathilda gegrölt, worauf man ihn aus dem Saal entfernen musste. Am Ende war er ein verlotterter Barpianist auf den Fidschis, am Schluss ist er an Leberzirrhose zugrunde gegangen. Da war er 8. Schlimm, schlimm, schlimm!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>